Ausgabe Dezember 2016

Der Trump-Komplex: Psychogramm eines Narzissten

Was bis vor wenigen Wochen nur die allerwenigsten politischen Beobachter für möglich hielten, ist tatsächlich eingetreten: Donald Trump hat die Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewonnen – gegen sämtliche Vorhersagen.

Ein entscheidender Grund dafür: Trumps Kampagne – ein Spektakel von Verfälschungen, bruchstückhaften Wortfetzen und einem extrem emotional aufgeheizten Stil – trotzte den üblichen Arten politischer Analyse. Wenn er über seinen immensen Reichtum, seine überlegene Intelligenz und seine angeborene Fähigkeit sprach, bei allem und jedem zu „gewinnen“, wirkte er eher wie eine Figur aus einer Hollywood-Farce denn als legitimer Kandidat. Er setzte sein gummiartiges Gesicht ein, um Abscheu, Verärgerung, Wut und Selbstzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen. Und er setzte seinen Körper ein, um Aussagen zu unterstreichen, die er betonen wollte. Als er etwa über einen Reporter sprach, der zufällig körperlich behindert war, machte er sich über ihn lustig, indem er seine Bewegungen nachäffte.

Die Quintessenz von Trumps Attraktivität war dagegen bereits im Titel seines schnell zusammengestückelten Wahlkampfprogramms enthalten, seinem Buch „Crippled America: How to Make America Great Again“ – „Verkrüppeltes Amerika: Wie wir Amerika wieder zu alter Größe führen“.

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In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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