Ausgabe Dezember 2016

Wonder Woman rettet die Welt

Was fällt Ihnen zur UNO ein? Ist sie wertvoll? Gewiss. Ist sie unersetzlich? Keine Frage. Aber ist sie poppig, cool und hip? Das nun gerade nicht. Warum sollte sie auch? Für Unterhaltung sind schließlich andere zuständig.

Nun, am UN-Hauptsitz in New York sehen das wohl manche etwas anders. Sie wollen etwas popkulturelles Flair in die Säle am East River bringen. Das Ergebnis konnte man Mitte Oktober bestaunen. Da präsentierte die UNO ihre neue „Ehrenbotschafterin für das Empowerment von Mädchen und Frauen“ mit einem Auftritt von Diana Prince (75). Obwohl man in diesem Fall nicht von einem Auftritt sprechen kann: Prince ist besser bekannt unter ihrem Nom de Guerre „Wonder Woman“ – und sie ist eine Comicfigur.

Für die physische Präsenz sorgte daher die Schauspielerin Gal Gadot. Sie verschafft der neuen Ehrenbotschafterin schon kommendes Frühjahr ihren nächsten Auftritt, diesmal auf großer Leinwand. Fragt sich bloß, für wen sie in New York Werbung machte? Für den Blockbuster oder für die UNO?

Aber seien wir nicht kleinlich. Wer könnte für den gefährlichen UN-Job besser geeignet sein als Wonder Woman? Die Amazone kämpft sonst schließlich an der Seite von Batman und Superman. Wie ihre Superheldenkollegen trägt Wonder Woman quietschenge Kostüme.

Sie haben etwa 39% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 61% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema