Ausgabe Januar 2016

Reichtum macht arm

Als vor exakt 50 Jahren ein junger begabter Ökonom seine Dissertation vorlegte, hätte wohl kaum jemand geahnt, dass aus ihm eines Tages ein weltbekannter Wissenschaftler und Intellektueller werden würde. Dabei ist das Thema, mit dem sich der junge Joseph Stiglitz schon damals beschäftigte, stets das gleiche geblieben – die nationale wie internationale Ungleichheit.

2001 wurde Stiglitz zusammen mit George Ackerlof und Michael Spence mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet – und zwar konkret für seine Forschung zum Marktversagen durch asymmetrische, ungleiche Informationen, etwa zwischen dem Bankberater, der über die Risiken von Finanzmarktprodukten informiert ist, und dem ahnungslosen Käufer.

Mit seinem neuen Buch „Reich und Arm“ macht Joseph Stiglitz nun seine wichtigsten Beiträge zur „wachsenden Ungleichheit“ zugänglich. Dabei handelt es sich beileibe nicht nur um einen schlichten Sammelband, der die von ihm über viele Jahre verfassten Texte – jeweils mit einer hochaktuellen Einordnung – zusammenfasst, sondern um eine sehr grundsätzliche Einführung in das Thema. Das ausgesprochen gut lesbare Buch lässt sich zudem schrittweise, dosiert nach den einzelnen Beiträgen, erschließen.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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