Ausgabe Mai 2016

Panama Papers: Der Kampf gegen die Geldwäsche

Man kann sich bei den investigativen Journalisten, die über ein Jahr recherchiert haben, nur bedanken: Die Panama Papers bedeuten einen Meilenstein, was die Kenntnisse über die dunklen Machenschaften in Steueroasen anbelangt. Erstaunlich ist dabei nicht die blanke Zahl von 215 000 Briefkastenfirmen, die allein der panamaische Offshore-Dienstleister Mossack Fonseca im Namen seiner Kunden gegründet hat. Bereits lange vor den Leaks war bekannt, dass es weltweit Millionen Briefkastenfirmen in Steueroasen gibt. Neu an diesem Skandal ist, dass wir jetzt über Namen verfügen, vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko bis zu Ian Cameron, dem Vater des britischen Premierministers. Dadurch bekommen die Briefkastenfirmen Gesichter. Dies erhöht den Druck für politisches Handeln und auf die politischen Akteure, wie der umgehende Rücktritt des isländischen Regierungschefs belegt hat. All diese Namen bestätigen, was viele längst befürchtet haben: dass nämlich Teile der Eliten in Politik und Wirtschaft denken, dass für sie ein völlig anderes Recht gilt als für den „gemeinen Mann“ und die „gemeine Frau“. Daran ändert auch der Einwand nichts, dass das Ganze als solches nicht illegal sei.

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Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

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