Ausgabe Mai 2017

Für ein schnelles Aus: Der Kampf gegen die Kohle

Während noch im November 2016 die UN-Staaten auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch das Ziel bekräftigten, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, hatte sich der blaue Planet bereits um 1,2 Grad erwärmt.[1] Der Grund dafür: Die Umsetzung der ambitionierten UN-Klimaziele kommt auf nationaler Ebene seit Jahren nicht voran. In den Industriestaaten kann oder will die Politik meist keine wirksamen Schritte gegen den Klimawandel unternehmen – allen voran der Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Dabei müssen gerade Industrienationen wie Deutschland, die historisch, aber auch aktuell am meisten zum Klimawandel beitragen, ihre CO2-Emissionen drastisch reduzieren. Statt weiter allein auf die Politik zu hoffen, ist deshalb in den letzten Jahren hierzulande eine kraftvolle Klimabewegung entstanden. Sie verbindet so unterschiedliche Akteurinnen wie Bergbaugeschädigte, Nichtregierungsorganisationen und Waldbesetzerinnen in ihrer Forderung nach Klimagerechtigkeit und dem damit verbundenen Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Im Jahr 2017 steht der Braunkohleausstieg im Fokus verschiedener Teile der Klimabewegung.

Aus Sicht der Aktivistinnen und Aktivisten ist der Klimawandel menschengemacht und Menschen müssen seine Konsequenzen tragen – Verursacher und Leidtragende sind global jedoch ungleich verteilt.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.