Ausgabe Mai 2017

Marx contra Trump?

Versuch einer feministischen Orientierung in gespenstischen Zeiten

Eigentlich war die Arbeiterklasse längst von der Bühne der Geschichte abgetreten. Sie galt als tot, hoffnungslos zersplittert, aufgesogen von ebenjener kapitalistischen Maschinerie, die sie doch eigentlich für immer zum Stillstand bringen sollte.

Nun aber ist sie angeblich wieder da. Sie hat allerdings aktuell eher wenig im Sinn mit Kommunismus, Sozialismus, sozialer Demokratie oder sonst irgendwie links akzentuierter Politik. Ihre politische Tendenz geht vielmehr – so wird allenthalben berichtet – eindeutig nach rechts. Sie war entscheidend beteiligt am gänzlich unerwarteten Sieg von Donald Trump bei den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen, und sie hat auch in Europa einen so starken Anteil am Aufstieg rechter Parteien und Gruppierungen, dass diese schon als die neuen Arbeiterparteien oder gar die neue Arbeiterbewegung gelten.

Zugleich erleben wir schon seit einiger Zeit ein erstaunliches Revival des Entdeckers der Arbeiterklasse als dem Geburtshelfer einer von allen Ressentiments befreiten, klassenlosen Gesellschaft. Selbst in bislang eher antimarxistisch orientierten Kreisen, die bis vor kurzem sogar den Begriff des Kapitalismus aus ihrem Vokabular verbannt hatten (zugunsten der sozialen oder auch freien Marktwirtschaft), ist die Marxsche Kritik am zerstörerischen Potential einer kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung längst wieder en vogue.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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