Ausgabe August 2018

Rettet die Städte!

Seit einigen Jahren sehen sich Städte weltweit mit einer zunehmend globalen und aggressiven Spekulation konfrontiert. Sie geht von Spekulanten aus, die Wohnungen als profitable Aktivposten begreifen – und nicht als ein Heim für die Menschen, die wir als Bürgermeister von London und Barcelona vertreten.

Vielfach treffen die Spekulanten ihre Entscheidungen aus tausenden Kilometern Entfernung. Doch für uns sind ihre Auswirkungen auf das Leben und die Seele unserer Städte sehr nahe. Unsere Zentren drohen zu veröden, da pulsierende Gemeinschaften verdrängt werden, kleine Geschäfte schließen und die Kosten für Wohnraum maßlos steigen.

Unsere Nachbarschaftsgruppen und Lokalregierungen – die der örtlichen Bevölkerung am nächsten stehen und ihre Alltagsprobleme am besten kennen – haben oft als erste vor den Risiken dieser Praktiken für das Überleben unserer Städte gewarnt. Damit Stadtpolitiker diesem Problem begegnen können, brauchen sie dringend mehr Ressourcen und Befugnisse. Nur so können sie ihren Bestand an sozialem, bezahlbarem Wohnraum steigern und Mieterrechte stärken. Denn Städte sind nicht bloß eine Ansammlung von Gebäuden, Straßen und Plätzen. Sie sind auch die Summe ihrer Bürger. Diese sind es, die soziale Bindungen schaffen, Gemeinschaften aufbauen und die Orte entwickeln, auf die wir so stolz sind.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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