Ausgabe Februar 2018

Brand mit Ansage: Der Grenfell Tower als Exempel

Wie ein weithin sichtbares Mahnmal ragt die Ruine des ausgebrannten Grenfell Towers aus der Silhouette Westlondons hervor. 71 Menschen waren bei dem verheerenden Brand im Stadtbezirk Kensington und Chelsea im Juni 2017 ums Leben gekommen. Seitdem fordern Überlebende und Angehörige der Opfer eine schonungslose Aufklärung des Unglücks ein. Zudem hat sich an der Brandkatastrophe eine grundsätzliche Debatte um soziale Spaltung entzündet. Für viele Kritiker ist klar: Ein gefährliches Gemisch aus Privatisierung und Deregulierung, Finanzialisierung und Austeritätspolitik lässt das Leben in der pulsierenden Metropole für Menschen mit niedrigen Einkommen zum täglichen Überlebenskampf werden.

Die Wut darüber zeigte sich deutlich bei der bewegenden Trauerzeremonie in der St. Paul’s Cathedral, zu der im vergangenen Dezember, genau sechs Monate nach dem Brand, Angehörige, Anwohner und Regierungsvertreter zusammengekommen waren. Der Gottesdienst war alles andere als gewöhnlich, nicht nur weil er entsprechend der ethnischen und religiösen Herkunft vieler Toter ungewöhnlich vielfältig war, sondern vor allem wegen seines politischen Charakters. Die in der St. Paul’s Cathedral Versammelten betrauerten die Opfer einer vermeidbaren Katastrophe.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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