Ausgabe Februar 2018

Gewinn vor Gesundheit

Das fatale Geschäft der Pharmaindustrie

Bild: willma... / photocase.de

Wer sich mit HIV infiziert, muss hierzulande schon lange nicht mehr um sein Leben bangen. Denn seit über 20 Jahren ist die Immunschwächekrankheit wirksam mit Medikamenten behandelbar. Doch in den Ländern des globalen Südens starben noch um die Jahrtausendwende etwa zehn Millionen Menschen an den Folgen von Aids – schlicht deshalb, weil sich die Betroffenen und die dortigen Gesundheitssysteme die teure Behandlung nicht leisten konnten. Im Jahr 2001 lagen die Kosten für eine antivirale Therapie noch bei über 10 000 US-Dollar pro Person und Jahr. Doch anstatt Preisnachlässe zu gewähren, bestanden die Hersteller auf Patentschutz für ihre Originalmedikamente und blockierten damit den Zugang der Patienten zu preiswerteren Nachahmerpräparaten, den Generika, etwa aus Indien. Unterstützt wurden sie dabei oftmals von ihren Regierungen, die den afrikanischen Ländern mit Sanktionen drohten, wenn sie preiswertere Generika importieren wollten. Der indische Filmemacher Dylan Mohan Gray bezeichnete die Blockadepolitik der Pharmafirmen in seiner Dokumentation „Fire in the Blood“ als „das Unternehmensverbrechen des Jahrhunderts“. Erst weltweiter Protest aus der Zivilgesellschaft zwang die Konzerne ab 2001 schließlich nachzugeben, und eine Änderung der WHO-Regeln erlaubte in den Folgejahren den Zugang zu Generika auch für die Erkrankten in den ärmeren Ländern.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema