Ausgabe Oktober 2018

Nach der Krise ist vor der Krise: Warum der nächste Crash droht

Bild: Grammbo / photocase.com

Die globale Finanzmarktkrise im Jahr 2008 hat auch die deutsche Öffentlichkeit und Politik tief erschüttert – und sie tut es bis heute. Erstmals wurde in aller Deutlichkeit die anhaltende systemische Instabilität des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus spürbar. Einzelne Bankenzusammenbrüche vermochten das gesamte System bis ins Mark zu erschüttern, sogar der zur Feinsteuerung pulsierende Interbankenmarkt brach zusammen.

Am ersten Oktoberwochenende 2008 kursierten dann in Deutschland Befürchtungen, am darauffolgenden Montag müssten die Banken geschlossen werden, weil Verlustängste die Kunden zum Sturm auf ihre Konten treiben würden. Doch zu diesem „schwarzen Montag“ ist es glücklicherweise nicht gekommen: Einen Tag zuvor, am Sonntag, den 5. Oktober 2008, verkündeten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, alle privaten Einlagen seien durch den Staat gesichert – damals stolze 1,5 Bio. Euro oder knapp 60 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Damit signalisierte die Bundesregierung zugleich, sie werde systemrelevante Banken nicht alleine lassen, sondern mit staatlichen Hilfen vor dem Absturz retten.

Diese Wirtschaftspolitik, begleitet von beschwichtigenden und moralischen Appellen, hatte offensichtlich Erfolg, der Bank-Run blieb aus.

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