Ausgabe September 2018

Epochenthema Migration: Die Mosaiklinke in der Zerreißprobe?

Bild: zettberlin / photocase.de

Immer wieder taucht in linken Verständigungsdebatten der Begriff der Mosaiklinken auf. Entstanden ist er im Kontext der klassischen Frage, was unter den Bedingungen des Gegenwartskapitalismus „links“ sei und an welches Subjekt linke Ideen und Hoffnung zu adressieren seien.[1]Dabei begründeten sich die mosaiklinken Revitalisierungsanstrengungen, lange vor den aktuellen Überlegungen zur Gründung einer Sammlungsbewegung, aus der Schwäche linker Politik. Wie vielfach analysiert wurde, geriet die Linke im Übergang vom nationalen Wohlfahrtsstaats- zum globalisierten Finanzmarktkapitalismus zunehmend unter die Räder. Heute ist ihre Defensive der Art, „dass selbst die Paradigmen, mit denen eine solche Politik traditionell arbeitete, diskreditiert scheinen.“[2]

Die Mosaiklinke als Idee und Perspektive

Die Idee der Mosaiklinken will sich mit dieser Konstellation nicht abfinden. Sie versucht Akteure und Akteurinnen, die ein kapitalismuskritischer Grundimpuls und das Interesse an gesellschaftlichen Transformationsstrategien verbinden, zu einem gemeinsam handelnden Subjekt zusammenzuführen. Dass dieses Unterfangen auf eine robuste Diskussionskultur angewiesen ist, die strategische Kontroverse befördert und zugleich zivilisiert, um ihre Spaltungskraft zu bändigen, ist evident.

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