Ausgabe Februar 2019

Ein überaus trumpistisches Jahr

Ende 2017 boxten Präsident Trumps Regierung und die Republikaner im Kongress eine Senkung der Unternehmenssteuern um sage und schreibe eine Billion US-Dollar durch, teilweise finanziert durch Steuererhöhungen für die Mehrheit der Amerikaner, nämlich die im mittleren Einkommensbereich. Der anfängliche Jubel der US-Wirtschaft über Trumps kleine Aufmerksamkeit wich 2018 allerdings zunehmend tiefer Besorgnis über dessen Politik.

Ihre ungezügelte Gier überdeckte bei den führenden Wirtschafts- und Finanzleuten der USA vor einem Jahr noch ihre Aversion gegen große Defizite. Jetzt allerdings müssen sie erkennen, dass es sich bei dem 2017er Steuerpaket um das regressivste Steuergesetz der Geschichte handelt, das zudem zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt beschlossen wurde. Ausgerechnet in jenem Land, in dem die größte Ungleichheit unter allen fortgeschrittenen Volkswirtschaften herrscht, bezahlen Millionen um ihre Existenz kämpfender Familien und künftige Generationen Steuersenkungen für Milliardäre. Die USA haben unter allen fortgeschrittenen Volkswirtschaften die niedrigste Lebenserwartung, und dennoch sorgt Trumps Steuergesetz dafür, dass weitere 13 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung dastehen.

Sie haben etwa 18% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 82% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Druckausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema