Ausgabe Januar 2019

Entwicklungspolitik 2.0?

Der globale Süden und das falsche Versprechen der »digitalen Dividende«

Wenn etwas gegenwärtig als Zauberwort zukunftsgerichteter Politik fungiert, dann ist es „Digitalisierung“. Mehr Investitionen werden allenthalben gefordert, angefangen vom Ausbau der digitalen Infrastruktur und Bildung bis hin zu länderübergreifenden, europäischen Vorhaben, wie dem Aufbau eines KI-Campus sowie eines Firmenkonsortiums zur Entwicklung von E-Auto-Batterien. Was dagegen fehlt, ist eine darüber hinausgehende internationale oder gar globale Vision – und zwar insbesondere, was die Auswirkungen auf den globalen Süden anbelangt.

Dieser nationale Tunnelblick ist gerade beim Thema Digitalisierung erstaunlich. Und er ist fahrlässig, da die kommerziellen Internetplattformen die Globalisierung längst für sich zu nutzen wissen wie kein anderer Wirtschaftssektor zuvor. Während die hiesige Parteienlandschaft über den Ausbau des Glasfasernetzes diskutiert, dringen Amazon und Co. in immer neue Geschäftsfelder vor, wie den Lebensmittelhandel oder das Versicherungswesen. Gleichzeitig drängen sie „ihre“ Regierungen, sich im Rahmen von Handelsabkommen für sehr weitreichende Regelungen im Bereich des digitalen Handels einzusetzen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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