Ausgabe März 2019

Die fünf Klimawandel

Progressive Politik in Zeiten des Umbruchs

Die Menschheit bewegt sich derzeit auf einem schmalen und brüchigen Grat, hin zu etwas völlig Neuem. Allerdings liegen Weg und Ziel heute noch im Nebel. Fest steht bloß: Das alte Wohlstandsversprechen der industriellen Gesellschaft, nach dem es den eigenen Kindern einmal besser gehen sollte als einem selbst, trägt nicht mehr. Jahrzehntelang geltende Grundkonstanten sind ins Wanken geraten und weitere Umbrüche zeichnen sich ab. Die Widersprüchlichkeit der aktuellen Veränderungen schürt berechtigte Hoffnungen auf eine bessere Zukunft und stellt sie zugleich in Frage. Begriffe wie digitale oder auch nachhaltige Revolution beschreiben den aktuellen Prozess jedoch nur unzureichend, denn es finden derzeit mehrere Umbrüche gleichzeitig statt, die in ihrer tektonischen Kraft jede für sich schon gewaltiges Potential bergen – sowohl zum Guten als auch zum Schlechten. Speziell im Kampf gegen die Klimakrise zeigt sich eine erschütternde Behäbigkeit: Während Forschung und Wissenschaft seit Jahrzehnten warnen, bleiben die notwendigen politischen Reformen aus.

Was also folgt? Rutschen wir ab in eine Klima-Katastrophe, durch die Hunderte von Millionen Menschen ihre Heimat verlieren werden? Auch im Fall der digitalen Revolution kann kaum jemand ihr Ausmaß und ihre Auswirkungen heute konkret vorhersagen.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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