Ausgabe Februar 2020

Die klimaneutrale Stadt

Grüner Innenhof eines Hauses

Bild: CC0 Public Domain

Der Klimanotstand ist auch ein Notstand der Stadt. Dass die Klimakrise kein Naturereignis ist, wissen wir. Es handelt sich um ein menschengemachtes Problem, und zwar eines, das Hand in Hand geht mit dem Wachstum unserer industriell-urbanen Welt. Bald schon wird der größte Teil der Weltbevölkerung in Städten leben. Diese wiederum verbrauchen Unmengen von Energie. Sie erzeugen rund drei Viertel der weltweiten Treibhausgase, ihr ökologischer Fußabdruck reicht weit über ihre Stadtgrenzen hinaus – und letztlich sind sie es, in denen das Herz unserer wachstumstreibenden und -getriebenen, konsumgesättigten Lebensweise schlägt.

Es sollte daher einleuchten, dass wir die Art und Weise, in Städten zu leben, von Grund auf umgestalten müssen. An ebendieser Front können die großen Schlachten gegen die heraufziehende Klimakatastrophe gewonnen werden. Der Kampf um die klimaneutrale Stadt lohnt sich aber nicht allein deshalb. Wir müssen die Klimakrise in unseren Städten so bewältigen, dass auch andere, altbekannte Probleme urbanen Lebens gelöst werden – Armut, Entfremdung, Segregation, Gewalt, Profitgier und die Ohnmacht gegenüber alledem. Wie Städte auf den Klimanotstand reagieren, wird letztlich sogar über das Schicksal der Menschheit entscheiden. Es geht buchstäblich darum, die Stadt vor ihren Exzessen bei Energieverbrauch, Emissionen und sozialer Ungleichheit zu retten.

Februar 2020

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Kunst der Bricolage

von Frank Adloff

Der Ausweg aus der dramatischen Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität muss ein schrittweises Handeln sein, das ökologische Modernisierung und radikalen Systemwandel gleichzeitig verfolgt.

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.