Ausgabe August 2022

Eine Welt ohne billige Energie

Reprodukt Verlag

Bild: Reprodukt Verlag

Während wir noch schwitzen im zigsten „heißesten Sommer“ hintereinander und uns auch in Europa auf immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse einstellen müssen, tritt die Klimakrise derzeit deutlich in den Hintergrund – gerade mit Blick auf den kommenden Winter. Im politischen Diskurs erscheint die anstehende Energieknappheit angesichts der möglicherweise bald völlig ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland unmittelbar wichtiger. Droht nun ein gesellschaftlicher Konflikt darüber, ob das knappe Gas für warme Wohnungen oder die laufende Produktion fließen soll?

Nicht nur die Politik ist offenkundig auf diese Situation schlecht vorbereitet: Ein Mangel an der doch so selbstverständlich verfügbaren Energie ist schlicht nicht vorgesehen. Wer angesichts dessen den Comic „Welt ohne Ende“ in die Hand nimmt, um etwas darüber zu erfahren, wie der menschengemachte Klimawandel bekämpft werden kann, wird am Ende nicht enttäuscht. Zunächst geht es allerdings – und das macht den Band noch aktueller – auf über einhundert Seiten um Energie. Der durch seinen Insider-Comic über das französische Außenministerium („Quai d’Orsay“) auch in Deutschland bekanntgewordene Zeichner Christophe Blain und sein Co-Autor Jean-Marc Jancovici verschonen uns dabei nicht vor so mancher bitteren Pille. So meint das „Energiewunder“ des Untertitels die Nutzbarmachung der fossilen Energien im Zuge der industriellen Revolution.

August 2022

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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