Warum Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks gefährlich sind
Bild: Ein Close-Up der Periodentracking-App »Flo« (IMAGO / Depositphotos)
Technologien für Frauengesundheit wie Apps, die Menstruationszyklen aufzeichnen, boomen. Doch in einer Zeit, in der Frauenkörper zunehmend durch rechtsextreme Kräfte vereinnahmt werden, ist ihre Nutzung riskant.
Dünne, normschöne Models im Bikini räkeln sich auf der Webseite von »28« vor Meer- und Regenwaldkulissen. Die zyklusbasierte Wellness-App aus den USA verspricht ihren Nutzer:innen tägliche Trainingsvideos, Ernährungsprofile und auf den Menstruationszyklus zugeschnittene »emotionale Einblicke«.1 Auch die Fruchtbarkeitsphasen lassen sich in der App ablesen, Tester:innen zweifeln allerdings an der Zuverlässigkeit der Methode.2 Dennoch boomen Technologien für Frauengesundheit wie Periodentracker: Das Marktforschungsunternehmen Precedence Research schätzt das globale Marktvolumen für den »FemTech«-Sektor 2025 auf mehr als 60 Mrd. US-Dollar, bis 2034 könnte der Markt auf 130 Mrd. Dollar anwachsen.3
Weltweit setzen Millionen Menschen Periodentracker ein: Die App »Flo« verfügt eigenen Angaben zufolge über 77 Millionen monatlich aktive Nutzer:innen, »Clue« über rund zehn Millionen weltweit.4 Einer Onlineumfrage der Verbraucherzentrale Bundesverband zufolge setzen 2023 in Deutschland rund vier von zehn der befragten Internetnutzer:innen zwischen 18 und 55 Jahren Zyklus-Apps ein.