Ausgabe März 1990

Schlechte Zeiten oder neue Chancen?

Der Umbruch in Europa und die dritte Welt

Werfen Sie Ihren Kompaß weg! Er wird in den 90er Jahren nicht mehr gebraucht werden. Die Terminologie der letzten Jahrzehnte zur Bezeichnung der globalen politischen und wirtschaftlichen Trennlinien - Ost-West, Nord-Süd - wird überflüssig werden." - So beginnt das in London erscheinende Magazin "South" seinen Ausblick auf das neue Jahrzehnt, das im kommenden April von den Vereinten Nationen allen entwicklungspolitischen Fehlschlägen der Vergangenheit zum Trotz ein weiteres Mal zur "Entwicklungsdekade" ernannt werden wird, zur vierten, seit dieser Brauch Anfang der 60er Jahre im Zeichen von Kennedys "Allianz für den Fortschritt" und des afrikanischen Unabhängigkeitsjahres begründet wurde. Jahrzehntelang haben Entwicklungspolitiker eine Beendigung der Ost-West-Konfrontation auch deshalb gefordert, um der Nord-SüdPolitik neuen Bewegungsspielraum zu verschaffen.

März 1990

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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