Hat sich die Diskussion in der noch nicht ganz überwundenen Rezession zunächst in erster Linie auf den vermeintlichen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft konzentriert, beginnt nun endlich die Betrachtung des Beschäftigungsproblems in den Mittelpunkt zu rücken. Die monatlichen Meldungen über neue Rekordstände der Arbeitslosigkeit lassen bei vielen die Erinnerung an die Endphase der Weimarer Republik wach werden und mahnen zu wirtschaftspolitischer Aktivität -, die Behandlung des Themas Arbeitslosigkeit wird 1994 vermutlich über den Ausgang vieler Wahlen entscheiden. In dieser Situation, deren Hintergrund in quasi allen marktlich organisierten Wirtschaften ähnlich ist, wird händeringend nach Konzepten gefahndet. Es darf deshalb nicht verwundern, wenn die Betrachtung der US-amerikanischen Entwicklung wieder einmal ins Zentrum rückt; wieder einmal, denn die Diskussion war bereits Mitte der 80er Jahre entflammt 1), dann aber nach der guten Beschäftigungsentwicklung gegen Ende des Jahrzehnts sanft entschlafen. Je nach Wahl des Betrachtungszeitraumes sind in den USA zwischen 15 (1980-1990) und 35 Mio. (1970-1990) neue Arbeitsplätze entstanden, während in der Bundesrepublik und der EU lediglich 3 bzw. 7 Mio. Jobs geschaffen werden konnten.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.