Ausgabe Mai 1995

Seerecht und Meeresverschmutzung

Dimensionen eines vernachlässigten Umweltproblems

"Mit Blick auf das nächste Jahrhundert ist die Kommission überzeugt, daß dauerhafte Entwicklung, wenn nicht das Überleben selbst, bedeutende Fortschritte in der Verwaltung der Meere erfordert. Beträchtliche Veränderungen werden in unseren Institutionen und Richtlinien erforderlich sein, und weitere Ressourcen müssen der Verwaltung der Meere unterstellt werden." 1) Mit dem Inkrafttreten der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen (United Nations Convention on the Law of the Sea) am 16. November 1994 wurde eine neue internationale Ordnung für den gesamten Meeresraum, also nahezu zwei Drittel der Erdoberfläche, geschaffen. 2) Am 14. Oktober 1994 ist auch Deutschland diesem Übereinkommen beigetreten, das von der Bundesregierung als das "bislang bedeutendste Vertragswerk der Vereinten Nationen " 3) gewertet wird.

Mit dem rechtzeitigen deutschen Beitritt wurde sichergestellt, daß der neugeschaffene Internationale Seegerichtshof - als erste UN-Institution in Deutschland - seinen Sitz in der Hansestadt Hamburg nehmen wird. Die UN-Seerechtskonvention war von 1973 bis 1982 verhandelt worden, um die unterschiedlichen Nutzungsformen der Meere in ihren verteilungs-, sicherheits- und umweltpolitischen Aspekten umfassend zu verregeln und eine neue internationale "Verfassung für die Ozeane" zu schaffen.

Mai 1995

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Blackout: Die imperiale Lebensweise lässt sich nicht »abschalten«

von Ulrich Brand, Markus Wissen

Fünf lange Tage waren zehntausende Haushalte und mehr als 2000 Unternehmen bei eisigen Temperaturen im Berliner Südwesten Anfang Januar ohne Strom und ohne Heizung. Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen Brandanschlag auf eine wichtige, oberirdisch verlaufende Kabelbrücke des Berliner Stromnetzes.

Klasse statt Identität

von Lea Ypi

Die Aufklärung wird heutzutage oft geschmäht, sowohl von rechts als auch von links. Von der Rechten, weil kritisches Reflektieren, der Mut, sich seines Verstandes zu bedienen (Kant), schon immer eine Bedrohung für die passive Unterwerfung gegenüber Autorität bedeutet hat, die für die Normalisierung von Ausgrenzungen erforderlich ist.

Mythos grüne Digitalisierung

von Ingo Dachwitz, Sven Hilbig

Unter dem KI-Boom leidet vor allem der Globale Süden: durch Ausbeutung billiger Arbeitskräfte und Ressourcen, als Empfänger von Elektroschrott und durch den beschleunigten Klimawandel. Positive Veränderungen können nur gelingen, wenn die EU gleichberechtigte Partnerschaften mit den betroffenen Ländern schließt.

Aliens unter uns?

von Ferdinand Muggenthaler

Es war ein dramatischer Appell an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump, der Ende März in der „New York Times“ erschien. Es ging dabei jedoch nicht um die Klimakrise oder eine Friedenslösung für die Ukraine. Stattdessen forderte der Kommentator Thomas L. Friedman die beiden mächtigen Männer auf, die Künstliche Intelligenz einzuhegen.