Sieben Monate nach Beginn des Bürgerkriegs in Zaire wissen wir zwar ein wenig mehr über die Akteure der Krise, wir können etwa Protagonisten und Nebendarsteller identifizieren, doch noch immer ist zu wenig über die möglichen Drahtzieher bekannt. Zuletzt spekulierte man, amerikanische Minengesellschaften, die sich jetzt Zaires Ressourcen zu sichern versuchen, hätten die Rebellen finanziert. Wie sonst wären die in die Lage gekommen, sich so gut ernährt und ausgerüstet ihren Weg durch den drittgrößten Staat Afrikas zu bahnen? Doch haben wir es tatsächlich nur mit einem Krieg um Ressourcen zu tun? Oder dominiert ein West-West-Konflikt, der anglophone Kräfte in frankophone Einflußbereiche vordringen läßt, das Kriegsgeschehen? Keiner dieser Ansätze wird den zahlreichen innerzairischen und regionalen Konfliktursachen gerecht. Primär führten innerzairische Konflikte zum Bürgerkrieg, verursacht durch den - von Mobutu sabotierten - Systemwechsel in Zaire. Neben den andauernden Verhinderungstaktiken des Regimes gegen die Demokratisierung, die sich in Einschüchterungsversuchen über Korruption bis zu offener Gewalt gegen die Opposition niederschlugen, spielt gerade die ethnische Spaltung mehrerer Regionen hierbei eine bedeutende Rolle.
Der 30. Juni 2026 war ein denkwürdiger Tag in Südafrika. Bis zu dieser Deadline sollten alle illegalen Migrant:innen Südafrika verlassen haben, hatten die Organisatoren des für dieses Datum ausgerufenen Protesttags zuvor wochenlang und zunehmend lautstark gefordert.