Zwei Themen beherrschten die Debatte über Hongkongs Rückkehr unter chinesische Souveränität: Menschenrechte und Mutmaßungen über die künftige geopolitische Rolle Chinas. Beide Themen lenken von den eigentlichen politischen Problemen der Region, die den Beginn des 21. Jahrhunderts dominieren werden, völlig ab. Die gegenwärtige Debatte kreist um die Frage, ob China das Menschenrechtsverständnis westlichen Stils, wie es der letzte britische Gouverneur, Chris Patten, in Hongkong eingeführt hatte, respektieren wird. Die Antwort kann nur lauten: Nein. Diese Konzeption individueller Rechte untergräbt nicht nur das momentane chinesische Regierungssystem, sie verstößt auch gegen die politischkulturellen Vorstellungen fast der ganzen Region. Ist China die kommende Supermacht? Die Idee, daß China sich anschicke, den USA machtpolitisch den Rang streitig zu machen, geht auf einen umstrittenen Weltbankreport von 1992 zurück, der Chinas Wirtschaftswachstum mit Hilfe von Kaufkraftkategorien prognostiziert - also indem verglichen wird, was auf den örtlichen Märkten jeweils wieviel kostet. Dies ist jedoch kein angemessenes Mittel, internationale Machtvergleiche vorzunehmen.
Seit zwei Jahren ist Indonesiens Präsident Prabowo Subianto nun im Amt – der konservative Ex-General folgte im Oktober 2024 auf den beliebten einstigen Reformer Joko Widodo, kurz: Jokowi, der das Land zehn Jahre lang regiert hatte.