Ausgabe Mai 1998

Für ein Israel der Gegenwart

Eli Löbel oder Eine politische Gegenbiographie

In den Debatten um Israel und den Zionismus artikulierte sich das Dilemma linker, jüdischer und nichtjüdischer Intellektueller in diesem Jahrhundert: die Spannung zwischen Universalismus und Partikularismus, konkreter Parteinahme und allgemeinen Prinzipien, Verantwortung für die antisemitische Struktur der eigenen Gesellschaft und beanspruchter Verantwortung für die ganze Welt." So Micha Brumlik im Vorwort des von ihm unter dem Titel "Mein Israel" edierten Sammelbandes, der aus Anlaß des 50. Jahrestags der Gründung des Staates Israel in diesem Mai erscheint (Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M.). Mit freundlicher Genehmigung von Autor, Herausgeber und Verlag haben wir unter den "21 erbetenen Interventionen", die der Band versammelt, die folgende zum Vorabdruck ausgewählt. In der "Gegenbiographie" des Eli Löbel gelingt es Dan Diner, wie wir finden, die zitierte These eindringlich zu veranschaulichen. Titel und Anmerkungen der "Blätter"Version stammen vom Verfasser. - D. Red.

Platos Höhlengleichnis steht für verschobene Abbildung als Form von Erkennen wie Erkenntnis. Eli Löbels politisches Leben steht für eine verschobene Biographie Israels. Und sie mündet in einen Satz der Erkenntnis von dialektischer, befreiender Wucht.

Mai 1998

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Naher und Mittlerer Osten

Libanon: Letzte Hoffnung Trump?

von Kristian Brakel

Seit Anfang März tobt im Libanon die x-te Auflage des jahrzehntealten Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Während die Weltöffentlichkeit gebannt verfolgt, wie Donald Trump die militärische Projektionskraft der USA am Golf verspielt, erregt der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah weit weniger Aufmerksamkeit.

Bruch und Kontinuität

von Wolfgang Kaleck

Mit ihren Interventionen in Venezuela und Iran ist die zweite Trump-Regierung zu einem Frontalangriff auf das Völkerrecht übergegangen – und im Inneren der USA höhlt sie den Rechtsstaat immer weiter aus. Das oft opportunistische Verhalten europäischer Regierungen gegenüber Trump schwächt die internationale Ordnung zusätzlich.