Ausgabe Januar 2000

Panamas Aufbruch

Für Panama ist kein Ende der Geschichte in Sicht. Im Gegenteil: Am 31. Dezember 1999, 12 Uhr mittags Ortszeit, beginnt die eigene Geschichte erst so richtig. Dann nämlich wird Mirya Elisa Moscoso Rodriguez als Staatschefin die frühere Kanalzone endgültig dem nationalen Territorium eingliedern und Panama zu einem ganz normalen Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft machen. Allein schon simple Zahlen zeigen, daß Panama bisher außerhalb der Konventionen stand. Wie groß ist das Land beispielsweise? Ein Blick in diverse Enzyklopädien erbringt Variationen um die 75 000 Quadratkilometer. Indes, der präzise "Kurzbericht über Lateinamerika" der Dresdener Bank Lateinamerika annotiert 77 082 Quadratkilometer. "Das werden wir gleich haben," meinte die resolute Direktorin der Nationalbibliothek in Panama-Stadt und schob den Microsoft World Atlas als CD-Rom in das Laufwerk: verdutztes Innehalten, weil 75 520 Quadratkilometer - also zu wenig - aufschienen! Immerhin kam dies an die offizielle Zahl von Panamas Statistikbüro (Contraloria GeneralDirección de Estadística y Censo) heran: 75 512 Quadratkilometer. Genauer verzeichnet es der "Fischer Weltalmanach 2000 ", der 75 517 Quadratkilometer angibt, darin die 1432 Quadratkilometer (oder 1442?) der Panama-Kanalzone.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema