Ausgabe Februar 2000

MännerMachtMilitär

Den Streit um das Thema "Frauen in der Bundeswehr" gibt es so lange wie die Bundesrepublik selbst. Es ist kein Zufall, daß nun - vor dem Hintergrund einer erweiterten Bundesrepublik und der vertieften europäischen Einigung - die Auseinandersetzung via Europäischem Gerichtshof in eine neue Runde geht. Jetzt werden drei Schlachten auf einmal geschlagen: eine von gestern über die geschlechtlichen Rollenbilder, eine von heute über die Effizienz und Modernität der Bundeswehr, eine von morgen über die zukünftige Sicherheitspolitik. Angeblich geht es wieder einmal um die "Gleichberechtigung der Frau". Von dieser, alles beherrschenden Argumentationsfigur war die Debatte noch jedesmal geprägt. Sie richtet sich nicht nur, wie nun wieder zu lesen ist, gegen Intentionen des Grundgesetzes, welches in Auseinandersetzung mit dem Erbe der Nazizeit zwar eine Neuauflage der "Blitzmädel" verhindern sollte, zugleich aber den Mutterkult fortschrieb.

Nein die Formel ließ sich auch, das lehrt der Blick zurück, gegen jegliche Widerstände, die der Einbeziehung von Frauen in die Bundeswehr entgegenstanden, in Position bringen: gegen den Abrüstungswillen in der Öffentlichkeit insbesondere seit Beginn der Ostpolitik, gegen die spätere Friedensbewegung und namentlich gegen eine dezidiert antimilitaristische Frauenfriedensbewegung.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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