Ausgabe Juni 2000

Wie Parteien auf komplexe Wählermärkte reagieren: Das Beispiel CDU

Vordergründig leidet die CDU noch an den Nachwirkungen des Spendenskandals. Doch unabhängig davon sieht sich die Christdemokratie als klassische Volkspartei mit den Herausforderungen der Zeitenwende konfrontiert: Wie kann und soll man inhaltlich und strukturell auf die gesellschaftspolitischen Modernitätsfolgen reagieren? Weder in Sachen politischer Programmatik noch hinsichtlich der Aktionsformen liefern die überkommenen Muster der Bonner Republik eine Orientierungshilfe. Wie eine konstruktive Umstellung auf einen veränderten und komplexen Wählermarkt aussehen könnte, soll nachstehend am Beispiel der CDU herausgearbeitet werden.

 

 

Zukunftsthemen

 

Die Themenfindung ist von herausragender Bedeutung, zunächst unter wahltaktischen Aspekten. Wahlen lassen sich nur dann gewinnen, wenn die Wähler eine Partei in wichtigen Sachthemen – an der Spitze nach wie vor Fragen der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik – für kompetent erachten. Aber auch machtpolitisch besitzt die Themenfindung einen hohen Stellenwert. Politische Gemeinsamkeiten sollten den Kern des Zusammenhalts wie der Mobilisierung innerhalb der CDU ausmachen. Politische Auseinandersetzungen um Themen und Agenda fördern die Kohäsion. In der jüngeren Vergangenheit hat – aufgrund der besonderen Rolle als Regierungspartei in einer Koalition – diese Funktion häufig eine Person als Kohäsionszentrum ausgefüllt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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