Ausgabe Juli 2000

Die halbherzige Jahrhundertreform

"Die Beseitigung der erkannten Schwächen duldet keinen Aufschub. Nur eine konzeptionelle Neuausrichtung aber gewährleistet, daß die Bundeswehr in den neuen Aufgaben dauerhaft bestehen kann." Rudolf Scharping, 3. Mai 1999 1)

Der wie jede Reformdebatte in diesem Land ausgesprochen zäh verlaufende Streit um eine grundlegende Neugestaltung der Bundeswehr, unumgänglich aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage nach dem mittlerweile mehr als zehn Jahre zurückliegenden Ende des Kalten Krieges, erreichte im Frühsommer seinen vorläufigen Höhepunkt: - Am 23. Mai 2000 präsentierte Richard von Weizsäcker der Öffentlichkeit den Bericht der von ihm geleiteten "Kommission Gemeinsame Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr". 2) - Am gleichen Tag meldete der vom Hardthöhenchef mit der "konzeptionellen und planerischen Weiterentwicklung der Streitkräfte" beauftragte damalige Generalinspekteur, General von Kirchbach, "Auftrag ausgeführt" und legte sein diesbezügliches "Eckwertepapier" vor 3) und wurde von seinem Dienstherrn postwendend in den vorzeitigen Ruhestand abkommandiert.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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