Mehrere Ereignisse in den USA deuten auf eine Veränderung der Politik gegenüber Kuba hin. Begleitumstände der Rückführung des kubanischen Flüchtlingsjungen Elian und die erfolgreiche Verabschiedung von Gesetzesvorlagen im Kongress zur teilweisen Aufhebung des 40 Jahre andauernden Embargos sind dafür die Anzeichen für einen tragfähigen Wandel oder lediglich um singuläre Erscheinungen? Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit der kubanischen Revolution 1959 äußerst gespannt. Die primäre US-Strategie gegenüber Kuba heißt seit 1961 "Isolierung" und "Druck". Der "Koloss im Norden" (José Martí) hat alle möglichen Formen der Intervention ausprobiert: Embargo, Invasionsversuch (Schweinebucht 1961), Terroranschläge und Attentatsversuche, der Betrieb einer US-Militärbasis vor Ort (Guantanamo), Dauerprogramme staatlich geförderter Anti-Kuba-Sender in Florida, Quasi-Veto der USA im Pariser Club gegen eine Neuverhandlung von kubanischen Schulden. Zwar verurteilen die jährlich stattfindenden UN-Vollversammlungen seit Jahren das US-Embargo nahezu einmütig, doch weder haben die USA ihr Verhalten geändert, noch wurde diese Missachtung der UN auf irgendeine Art und Weise sanktioniert.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.