Ausgabe Juni 2001

Die Europäische Zentralbank in der Zinsfalle

Seit Mai läuft die heiße Phase der Euro-Einführung. Wir Bürger sollen nun möglichst flott Mark und Pfennig in Euro und Cent "umtauschen". Am 5. Mai startete die Kreditwirtschaft darum auf allen Kanälen eine fetzige Werbekampagne mit "Deutschlands beliebtestem Showmaster" (O-Ton Bundesbank), nämlich Günther Jauch. Aber weder die Einführung des stofflichen Euros, noch das ganze Euro-Projekt sind Selbstläufer; einige Beobachter prognostizieren sogar ein baldiges Platzen des Eurotraumes. Den Banken und Sparkassen bereitet derzeit der erwartete Arbeitsaufwand die meisten Sorgen: Tauschen 80 Millionen Bundesbürger auf den letzten Drücker ihre alten Münzen um oder zahlen sie auf Konten ein, zu einem Zeitpunkt, an dem Milliarden neue EuroScheine unters Volk gebracht und alle Computer- und Buchhaltungssysteme umgeschaltet werden müssen, droht der Geldwirtschaft ein vorübergehender Zusammenbruch. Eines der Ziele der Eurostrategen ist daher, den erwarteten Andrang vor und nach dem Jahreswechsel 2001/2002 zu entzerren.

Um die werte Kundschaft zu bewegen, Mark und Pfennigmünzen aus Sparschweinen und sonstigen Behältnissen rechtzeitig einzuzahlen, startete die Bundesbank zusammen mit der gesamten Kreditwirtschaft eine so genannte Münzrückflussaktion.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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