Ausgabe November 2001

Abkehr vom Unilateralismus

Worum es weltwirtschaftlich geht

In der Oktoberausgabe der "Blätter" haben wir uns mit dem politischen Rahmen befaßt, den die Globalisierung erfordert. *) Im folgenden wollen wir uns mit einigen ökonomischen Zusammenhängen auseinandersetzen, die bei der Behandlung der jüngsten Krisen weitgehend ausgeblendet blieben. Zwar hat es im Anschluß an die Asienkrise eine großangelegte Diskussion zur "Weltfinanzarchitektur" gegeben, aber von der war im politischen Raum schon ein Jahr später praktisch nichts übrig. Zudem hatten die Administrationen der großen Länder und der internationalen Organisationen von Anfang an versucht, das Thema zu entökonomisieren und zu entpolitisieren, indem man es zu einer "Strukturfrage", einer rein technischen Frage geeigneter "Codes und Standards" auf den Finanzmärkten erklärte. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums wurden dagegen sehr schnell "die Spekulanten" als die eigentlich Bösen ausgemacht. Die herrschende Lehre in der Ökonomie, die ein systematisches Versagen der Märkte oder unabhängiger wirtschaftspolitischer Institutionen von vornherein aus ihren Modellen verbannt hat, unterstützte lange Zeit die Strukturposition. Erst zwei Jahre nach der Krise fanden einige "Strukturalisten" allmählich zu einer angemesseneren Deutung der Zusammenhänge.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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