Ausgabe April 2002

Was ist Krieg?

Über Konstanten und Veränderungen im 21. Jahrhundert

Was versteht Clausewitz unter Krieg? Was meint der amerikanische Präsident, wenn er von einem "veränderten Krieg" des 21. Jahrhunderts spricht? Was weiß man aus der Geschichte über Kriege, die nicht enden wollten? Der Filmemacher, Produzent und literarische Autor Alexander Kluge sucht gemeinsam mit dem Soziologen Oskar Negt nach Antworten. Die nunmehr über ein Vierteljahrhundert währende Zusammenarbeit des viel gelobten Autorengespanas Kluge und Negt (Geschichte und Eigensinn, 1981; Maßverhältnisse des Politischen, 1992) kreist um basale Fragen wie "Was ist politisch am politischen Handeln?" oder "Welchen Gebrauchswert hat Wissen in unserem Jahrhundert?". Nachstehend veröffentlichen wir vorab eine für die "Blätter" überarbeitete Printversion des Fernsehgesprächs, das in dem von Alexander Kluge produzierten Kulturmagazin 10 vor 11 im Sommer dieses Jahres ausgestrahlt wird. - D. Red.

Alexander Kluge: Was ist Krieg?

Oskar Negt: Das ist ein sehr komplexer Begriff. In der Definition von Clausewitz bedeutet Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Er versucht den Krieg als Struktur eines Geschehens zu begreifen, in dem eine Krieg führende Gemeinschaft einer anderen Krieg führenden Gemeinschaft ihren Willen aufzwingen will.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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