Ausgabe Juli 2002

Nützliche Moscheekonflikte?

Lackmustest auf praktische Religionsfreiheit

Religiöse Stätten werden in Deutschland und im restlichen Europa nur noch selten gebaut. Vor allem in Ostdeutschland schließt man Gotteshäuser auf Grund von Kirchenaustritten und Priestermangel oder widmet sie in profane Konzerthallen, Wohnhäuser und Hotels um. Wo neue Kirchen entstehen, wie zuletzt in Hamburg, Völklingen, München und Wien, finden Architekten eine besondere Herausforderung, auch wenn sie selbst religiös "unmusikalisch" sind: "Es lockt sie der Raum: Einer, der nicht den Zwängen des Alltäglichen gehorcht, nicht praktisch und nicht profitabel sein muss, der nur dem Nichtbeschreiblichen zu dienen hat. Hier darf der Architekt zeigen, was er sein kann. Ein Künstler der Transzendenz". 1) Als Musterbeispiel aktueller Sakralarchitektur gilt die Synagoge im Dresdener Stadtzentrum; der aufwendige Bau (Kosten: über 5 Mio. Euro) wurde genau 63 Jahre nach der Zerstörung des alten Gottfried Semper Baus während der "Reichskristallnacht" wieder eröffnet (und schon wenig später mit einem Hakenkreuz geschändet).

Zwischen 1945 und 1975 wurden in Deutschland über 8 000 Kirchen errichtet, in Folge der Kriegszerstörungen, aber auch auf Grund des zunehmenden Kirchenbesuchs und unter Bezug auf Traditionen des christlichen Abendlandes.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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