Ausgabe Oktober 2002

Lateinamerika in der Falle

Das wirtschaftliche Drama in Lateinamerika nimmt kein Ende. Nach dem argentinischen Kollaps sind nun auch Brasilien, Uruguay und eine Reihe weiterer Länder stark angeschlagen. Für Argentinien wird in diesem Jahr ein Rückgang des Wachstums in der Größenordnung von 15% erwartet, die Inflation geht auf 50% zu und die Lage der Menschen verschlechtert sich von Tag zu Tag. Die brasilianische Wirtschaft stagniert bestenfalls und fast alle übrigen Staaten haben mit rezessiven Entwicklungen zu kämpfen. Die Arbeitslosigkeit steigt durchgängig und die Verarmung noch größerer Teile der Bevölkerung ist nicht mehr abzuwenden.

Noch schlimmer: Es gibt keine Hoffnung, dass sich die Situation in der gesamten Region in überschaubarer Zeit zum Besseren wenden könnte. Angesichts dieser Situation ist die Tatenlosigkeit der internationalen Gemeinschaft nur noch als skandalös zu bezeichnen. Zwar hat man Brasilien einen neuen großzügigen IWF-Beistandskredit eingeräumt, die Verhandlungen über eine Entlastung Argentiniens aber kommen nicht voran und von einer durchgreifenden Lösung ist überhaupt nicht mehr die Rede. Wie hilflos der IWF und die G7 der Lage gegenüberstehen, zeigt sich nirgendwo deutlicher als an der Entwicklung der Wechselkurse der lateinamerikanischen Länder gegenüber dem US-Dollar.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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