Ausgabe Juni 2003

Einmal Verlierer, immer Verlierer?

Zur Situation der Roma in der Slowakei

Die Slowakische Republik ist ein multiethnischer Staat. Der Minderheitenanteil beträgt etwa 20% der Gesamtbevölkerung: 10% sind Ungarn, 7% Roma und 3% sonstige.1 Der prozentuale Anteil der Roma gehört damit zu den höchsten der Welt. Daraus erwuchsen seit je her besondere Probleme, besonders brisant entwickelte sich die Situation jedoch im Transformationsprozess seit 1989.

Die Slowakische Republik ist ein multiethnischer Staat. Der Minderheitenanteil beträgt etwa 20% der Gesamtbevölkerung: 10% sind Ungarn, 7% Roma und 3% sonstige.1 Der prozentuale Anteil der Roma gehört damit zu den höchsten der Welt. Daraus erwuchsen seit je her besondere Probleme, besonders brisant entwickelte sich die Situation jedoch im Transformationsprozess seit 1989. Die Fachliteratur weist darauf hin, dass sich postautokratische multiethnische Staaten erheblich schwerer als Demokratien konsolidieren, weil die nationalistischen Eliten ihre Machtinteressen über nationalistisch- chauvinistische Mobilisierungsstrategien verfolgen.2 So geschehen in der Tschechoslowakei nach 1989: Die national-populistische Wahlkampagne der Bewegung für eine Demokratische Slowakei unter Vladimír Me…iar an der Spitze profilierte sich gegen "Pragozentrismus" und die von Prag aus forcierte "radikale" Wirtschaftsreform. Dadurch gewann sie die Parlamentswahlen von 1992, was ausschlaggebend für die Spaltung des Landes war.

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