Ausgabe Februar 2004

Universität in Bewegung:

Fünf Tabus in der aktuellen Bildungsdiskussion

In diesen Tagen fällt es schwer, noch an die Reformierbarkeit der deutschen Universitäten zu glauben. So hat in Hessen die jüngste Gesetzesvorlage der Regierung Koch, mit der, wie bei ähnlichen Vorhaben in anderen Bundesländern auch, die Verwaltungsgebühren in der Regelstudienzeit generell erhöht und "Strafgebühren" für Langzeitstudierende eingeführt werden sollen, zu anhaltenden Protesten der Studierenden und zu heftigen politischen Auseinandersetzungen geführt. Dabei gehen sowohl die Gesetzesvorlage als auch der Widerstand an der eigentlichen Problematik völlig vorbei. Im Vergleich zu dem, was in anderen Ländern, wie etwa in der Volksrepublik China oder in den Vereinigten Staaten, an Studiengebühren schon bezahlt werden muss (die Regierung Blair plant Gebühren von jährlich 4000 Euro), dreht sich die hessische Aufregung um ein Taschengeld von 100 Euro pro Jahr. Für Langzeitstudierende sind zudem großzügige Verlängerungen der Regelstudienzeit vorgesehen, wenn sie Elternzeiten nachweisen können oder ihr Studium durch Geldverdienen finanzieren müssen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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