Ausgabe Februar 2004

Strom aus Wasser, Holz und Wind

Ansätze alternativer Energiepolitik in den EU-Beitrittsländern

Die Berichterstattung über die energiepolitische Situation in den EU-Beitrittsstaaten und Kandidatenländern dominieren Hiobsbotschaften über riskante Atomanlagen und dreckige Kohlekraftwerke. Es stellt sich jedoch die Frage: Stimmt das medial gezeichnete Bild mit dem realen Zustand überein? Oder liegen bereits Ansätze einer alternativen Energieversorgung vor, und welche Möglichkeiten bestehen darüber hinaus in diesem Bereich? Worum es also in einem ersten Schritt gehen muss, ist die Bestandsaufnahme1 der gegenwärtigen Situation der baldigen Neu-Europäer: In welchem Umfang und mittels welcher politischen Maßnahmen werden regenerative Energien in den zehn Beitrittsstaaten sowie in den Kandidatenländern Rumänien, Bulgarien und Türkei gefördert? Anschließend sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Energiepolitik in den alten und in den zukünftigen EU-Staaten identifiziert werden, um schließlich die politischen Zukunftsaussichten ins Visier zu nehmen.

Die meisten Beitritts- und Kandidatenländer blicken auf eine Jahrhunderte lange Tradition bei der Nutzung erneuerbarer Energien zurück, besonders in den Bereichen Biomasse und Wasserkraft. Davon auszunehmen ist allerdings die kommunistische Periode.2 Der Kommunismus war von der Überlegenheit großer Einheiten überzeugt und wandelte auch die Energiesektoren in zentralisierte Systeme um. Da es sich bei regenerativen Technologien typischerweise um dezentrale Anwendungen handelt, wurden diese aufgegeben.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.