Ausgabe Februar 2004

Strom aus Wasser, Holz und Wind

Ansätze alternativer Energiepolitik in den EU-Beitrittsländern

Die Berichterstattung über die energiepolitische Situation in den EU-Beitrittsstaaten und Kandidatenländern dominieren Hiobsbotschaften über riskante Atomanlagen und dreckige Kohlekraftwerke. Es stellt sich jedoch die Frage: Stimmt das medial gezeichnete Bild mit dem realen Zustand überein? Oder liegen bereits Ansätze einer alternativen Energieversorgung vor, und welche Möglichkeiten bestehen darüber hinaus in diesem Bereich? Worum es also in einem ersten Schritt gehen muss, ist die Bestandsaufnahme1 der gegenwärtigen Situation der baldigen Neu-Europäer: In welchem Umfang und mittels welcher politischen Maßnahmen werden regenerative Energien in den zehn Beitrittsstaaten sowie in den Kandidatenländern Rumänien, Bulgarien und Türkei gefördert? Anschließend sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Energiepolitik in den alten und in den zukünftigen EU-Staaten identifiziert werden, um schließlich die politischen Zukunftsaussichten ins Visier zu nehmen.

Die meisten Beitritts- und Kandidatenländer blicken auf eine Jahrhunderte lange Tradition bei der Nutzung erneuerbarer Energien zurück, besonders in den Bereichen Biomasse und Wasserkraft. Davon auszunehmen ist allerdings die kommunistische Periode.2 Der Kommunismus war von der Überlegenheit großer Einheiten überzeugt und wandelte auch die Energiesektoren in zentralisierte Systeme um. Da es sich bei regenerativen Technologien typischerweise um dezentrale Anwendungen handelt, wurden diese aufgegeben.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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