Ausgabe November 2004

Krisenriese KarstadtQuelle

Der Handelsriese KarstadtQuelle - mit über 14 Mrd. Euro Umsatz, einer Wertschöpfung von gut 3 Mrd. Euro und über 96000 Beschäftigten an zwanzigster Stelle unter den größten Unternehmen des Landes - steckt in einer tiefen Krise. Von den über ganz Deutschland verteilten 181 Kaufhäusern sind 88 von Schließung oder Verkauf bedroht.

Die Krise bei Europas größtem Warenhaus- und Versandhandelskonzern schwelte schon lange; im ersten Halbjahr 2004 ist sie dann mit Verlusten von knapp 300 Mio. Euro offen ausgebrochen. Erinnerungen werden wach an die Philipp Holzmann AG. Hier kümmerte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder noch höchstpersönlich - medienwirksam, aber letztlich doch erfolglos. Auch die Pleiten von Leo Kirch und Babcock Borsig, um nur die jüngsten ähnlich spektakulären Fälle zu nennen, sind nicht vergessen.

Wie immer, wenn es Großunternehmen und Konzerne erwischt, geht auch diesmal wieder ein Aufschrei durchs Land. Dieser dürfte bei Opel in Rüsselsheim mindestens ebenso laut erklingen, sollten die Drohungen der USamerikanischen Mutter General Motors umgesetzt und der Standort in Rüsselsheim verkleinert oder gar ganz aufgegeben werden.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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