Ausgabe Februar 2007

Stellvertreterkrieg in Somalia

Seit 1995, dem Jahr des Rückzugs der letzten UN-Truppen aus Somalia, war das Land von der weltpolitischen Agenda verschwunden. Doch bereits seit dem Sturz des Diktators Siad Barré im Jahr 1991 galt Somalia als klassisches Beispiel eines failed state, eines Staates, der über keine zentrale Administration mehr verfügt. Eine erste Intervention nach dem Zusammenbruch der letzten staatlichen Ordnung durch die Vereinten Nationen unter der Führung der Vereinigten Staaten scheiterte spektakulär, nachdem im Oktober 1993 in Gefechten mit Milizen des Warlords Aidid 18 US-Soldaten gefallen waren. Zwar konnte die UNO eine Hungersnot infolge einer Dürre weitgehend eindämmen; der Versuch, eine staatliche Ordnung von oben zu reetablieren, scheiterte aber. Die internationale Gemeinschaft zog sich nach dieser Niederlage fast vollständig aus Somalia zurück.

Zu Beginn des Jahres 2006 konnten Islamisten ihren Einfluss in Somalia allmählich ausdehnen. Im Juni siegten sie über eine Koalition von Warlords in der Hauptstadt Mogadischu, seither weiteten sie ihre Kontrolle über immer weitere Teile Süd-Somalias aus und eroberten im September die südliche Hafenstadt Kismayo.

Damit rückte das Land schlagartig wieder ins Bewusstsein der internationalen Gemeinschaft. Seither werden Befürchtungen laut, in Somalia könnte eine weitere Front im Krieg gegen den Terror entstehen.

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