Ausgabe Juli 2007

Doing Business mit der Weltbank

„Schock-Bericht der Weltbank – Deutschland sozialistischer als China“, so titelte die „Bild“-Zeitung. Sie kommentierte damit den „Doing-Business- Report 2007“ der Weltbank-Tochter International Financial Corporation (IFC), der seit 2003 jährlich eine Rangfolge jener Länder aufstellt, in denen private Unternehmen den geringsten Beschränkungen unterliegen. Je weniger Regelungen, desto besser für das Geschäftsleben – so die schlichte Weisheit des Berichts. Die Meldung der „Bild“- Zeitung bezog sich allerdings nur auf einen der zehn erfassten Regulierungsbereiche, den Arbeitsmarkt. Dort wird untersucht, wie leicht Unternehmen Arbeitskräfte einstellen und entlassen können, welche Kosten bei Entlassungen entstehen und wie strikt die Arbeitszeit geregelt ist. 2007 erreicht die Bundesrepublik dabei „nur“ Platz 129 (von 175 Ländern), während China auf Platz 78 steht. Das heißt in China ist das „Heuern und Feuern“ angeblich leichter als in Deutschland, ergo: China ist unternehmerfreundlicher als die Bundesrepublik.

Ein solcher Vergleich ist natürlich blanker Unsinn, weswegen der Doing- Business-Report in den Industrieländern bislang wenig ernst genommen wird. Zwar wird er gelegentlich von Medien und Politikern in propagandistischer Absicht zitiert, um die „Reformfreudigkeit“ oder „Reformfeindlichkeit“ einer Regierung zu apostrophieren.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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