Ausgabe August 2007

Neue Linke, neue Lage

Die mediale Resonanz auf die Gründung der neuen Linkspartei war gewaltig. Doch in erster Linie wurde die Neugründung in den Leitmedien der Republik als populistische Zumutung und Anmaßung wahrgenommen. „In Wahrheit, das weiß man, hat die Linke nicht viel zu bieten“, urteilte gewohnt herablassend und stellvertretend für viele „Die Zeit“, um der neuen Partei gleich noch eine eher geringe „Halbwertszeit“ zu prognostizieren.1

Und in der Tat konnten die lauten Töne der neuen Partei durchaus als anmaßend erscheinen. Das beginnt, wie selbst Gregor Gysi eingestand, bereits beim Namen. Die Selbstetikettierung als „Die Linke“ wird in jedem Fall zu Irritationen führen, sowohl linguistischer als auch inhaltlicher Art. Zukünftig wird man nachfragen müssen, ob die Linke mit kleinem oder großem d gemeint ist. Es sei denn, man wollte tatsächlich „Die Linke“ mit der Linken in eins setzen.

Das aber führt zu der zweiten steilen Behauptung. Es gehört, so möchte es scheinen, schon besondere Chuzpe dazu, wenn man wie Gregor Gysi mantraartig postuliert, mit der Gründung der Linkspartei werde die „Einheit der Linken“ vollendet.2 Es sei denn, diese seit dem 16.

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