Ausgabe Januar 2008

Kapital, mal sozial

Ob Acker- oder Mannesmann, Siemens oder VW – nahezu täglich werden die Bürgerinnen und Bürger mit neuen Fällen von Versagen oder gar Kriminalität von Managern konfrontiert. Mit der von Franz Müntefering kreierten Heuschrecken- Metapher, wonach Fonds und Unternehmer, ständig im Dienst am shareholder value, das Land systematisch abgrasen und eine Wüste hinterlassen, hat sich das Bild vom unweigerlich unmoralischen Kapitalisten in den Köpfen der Verbraucher fast schon zementiert. Umweltverschmutzung, menschenunwürdige Produktionsbedingungen in den Produktionsstätten der sogenannten Dritten Welt, Minderbezahlung in heimischen Produktionsstätten und Korruption scheinen zur Normalität bei großen Unternehmen zu gehören.

Die Reaktionen der Verbraucher sind zwiespältig: Zum einen reagieren sie mit Gleichgültigkeit und Resignation, zum anderen aber nimmt die Zahl jener zu, die die Produkte der in die Negativschlagzeilen geratenen Unternehmen boykottieren, die sich an Protestkampagnen beteiligen und die die allgemeine Achtung von Umwelt- und Sozialstandards sowie mehr Transparenz fordern.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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