Ausgabe Oktober 2008

Grüne Gentechnik ohne Gewähr

Das neue deutsche Gentechnikgesetz

Seit geraumer Zeit wird wieder intensiv über die Landwirtschaft diskutiert. Dies ist angesichts aktueller Entwicklungen auch kein Wunder: Schließlich zeigen sich die wohl größten Auswirkungen von Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum gegenwärtig in der Ernährungsfrage. Aufgrund steigender Preise und zunehmender Verknappung der Lebensmittel, auch infolge gesteigerter Ansprüche und global wachsenden Fleischkonsums, wird der Ruf nach einer Ausweitung des Anbaus gentechnisch veränderter Lebensmittel immer lauter. Angesichts der aktuellen Hungerkrise in vielen Entwicklungsländern wird die sogenannte Grüne Gentechnik zunehmend als Möglichkeit genannt, den Hunger zu reduzieren. Dabei ist die Frage der Risiken und ihrer Haftung insbesondere auf internationaler Ebene noch immer weitgehend ungeklärt.

Auf der vierten UN-Konferenz zur Biologischen Sicherheit vom 12. bis 16. Mai 2008 in Bonn haben sich 147 Staaten nun immerhin darauf verständigt, dass Hersteller gentechnisch veränderter Organismen (GVO) für Schäden haften müssen, die durch den Einsatz von GV-Saatgut und GV-Nutzpflanzen entstehen. Rechtstechnische Einzelheiten zu den Haftungs- und Wiedergutmachungsregeln sollen in den nächsten zwei Jahren in weiteren Gesprächen von Juristen ausgearbeitet und ein internationales Haftungsabkommen soll auf der Nachfolgekonferenz im Oktober 2010 beschlossen werden.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.