Ausgabe April 2009

Vorwärts mit der FDP

Enteignung ist ein Instrument der sozialistischen Planwirtschaft, nicht aber der sozialen Marktwirtschaft“, sagte der Finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hermann-Otto Solms, in der alles entscheidenden Bundestagsdebatte um das Rettungsübernahmegesetz, jenes Monster, mit dem Banken enteignet werden können. Und Solms ist ein ehrenwerter Mann. Denn wie man weiß, soll mit diesem Gesetz das Recht eines – von der FDP zur Anhörung eingeladenen – Großaktionärs beschnitten werden, mit der Hypo Real Estate auf Kosten des Staates Profit zu machen. Da wirft sich der gewählte Vertreter der Zahnärzte, Rechtsanwälte und Steuerberater in die Gesetzeslücke, die das nach dem Krieg verabschiedete Grundgesetz mit seiner „Enteignung zum Wohle des Volkes“ aufgetan hat. Weil Gefahr für die freie Wirtschaft die Freiheit generell bedroht, wird nur eine starke FDP das Land retten können.

Wer die Geschichte der Ökonomie kennt, weiß, dass nur der Markt, der freie Handel ohne staatliche Eingriffe, in der Lage ist, die Welt zu zivilisieren. Noch heute wäre China ein Land ohne florierenden Handel, wenn nicht die britische Kriegsmarine mit ihren Kanonen 1840 den chinesischen Markt für den freien Opiumhandel geöffnet hätte. Wenn heute in den Tresoren der Chinesen jede Menge Dollars liegen, dann ist das letztlich auf den frühen Mut des Empires zurückzuführen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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