Ausgabe Juni 2009

Osteuropa in der Finanzkrise: Ein neues Argentinien?

Über die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Bundesrepublik wird derzeit viel spekuliert. Weit weniger gerät in den Blick, dass die osteuropäischen Staaten bereits in wesentlich stärkerem Maße betroffen sind – wenn auch in höchst unterschiedlicher Weise.

Sowohl von Finanzinvestoren als auch von der deutschen Öffentlichkeit wird Osteuropa oft als einheitliche Region wahrgenommen. Doch spätestens in der aktuellen Krise treten die Unterschiede deutlicher hervor. Die Spaltungslinien verlaufen weniger zwischen EU-Mitgliedern und Nicht-EU-Ländern als vielmehr zwischen Ländern mit verschiedenen Wirtschaftsmodellen und daraus resultierender unterschiedlicher Krisenanfälligkeit.

Auf der einen Seite gibt es Länder mit sehr ausgeprägter Exportorientierung, die primär durch den Einbruch ihrer Exporte betroffen sind. Dies sind insbesondere die Visegrád-Staaten – Polen, Slowakei und Tschechische Republik – sowie Slowenien. Auf der anderen Seite befinden sich jene Länder, deren Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren vor allem mittels Auslandsverschuldung finanziert wurde und mit sehr hohen Leistungsbilanzdefiziten einherging. Diese sind extrem krisenanfällig und stecken nun insbesondere durch die Kreditrestriktionen und das Austrocknen der Kapitalflüsse in der Bredouille.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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