Ausgabe November 2009

Portugal blass-rot

Die iberische Halbinsel bleibt rot. Aus der portugiesischen Parlamentswahl am 27. September ging die Sozialistische Partei (PS) des amtierenden Regierungschefs José Sócrates erneut als stärkste politische Kraft hervor. Mittlerweile hat sich die Parteiführung zur Bildung einer Minderheitsregierung entschlossen. Schon 2008 wurde im Nachbarland Spanien die sozialistische Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero im Amt bestätigt. Bieten also die beiden Wahlsiege den Beleg dafür, dass sozialdemokratische Parteien auch unter den Bedingungen der Wirtschafts- und Finanzkrise regieren und sogar wiedergewählt werden können?

Ein genauerer Blick auf die Wahlergebnisse legt differenziertere Schlussfolgerungen nahe: Die eigentlichen Wahlgewinner sind nämlich die beiden Parteien links der PS, die mit ihrer Kritik an der neoliberalen Regierungspolitik der Sozialisten zusammen fast 18 Prozent der Wählerstimmen erhielten, sowie die rechtsnationalistische CDS-PP, die erstmals auf über 10 Prozent kam. Die PS von José Sócrates dagegen hat mit 36,6 Prozent knapp 9 Prozent verloren. Dass sie trotzdem erneut zur stärksten Partei wurde, ist in erster Linie der programmatischen und personellen Schwäche der konservativen PSD zu verdanken, die 29 Prozent errang.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Schutzzölle und Ratlosigkeit: Europa und der China-Schock

von Merle Groneweg

Schon im Mai 2024 schrieb Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, in seiner Kolumne für die »New York Times«, inzwischen sei klar, »dass sich ein zweiter China-Schock aufbaut«. Der sogenannte erste China-Schock bezieht sich auf die 1990er und 2000er Jahre, als Importe aus China schätzungsweise 1,5 Millionen Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe der USA verdrängten.