Ausgabe August 2010

Das G20-Debakel: Warum wir einen grünen New Deal brauchen

Das jüngste G 20-Gipfeltreffen in Toronto stand ganz im Zeichen einer Obsession. Defizitabbau und finanzpolitische Strenge – aufgehübscht durch das neue Etikett „fiskalische Konsolidierung” – galten als das Gebot der Stunde. Rituelles Gerede über „Vertrauen”, das schon irgendwie Wirtschaftswachstum und Aufschwung zurückbringen werde, überlagerte die eigentliche Agenda der europäischen Rechten: nämlich ihre bedrohten Banken zu retten und dabei gleichzeitig die europäische Sozialdemokratie vor sich her zu treiben. In Toronto traten einzig und allein die Vereinigten Staaten dafür ein, der Wirtschaftsbelebung erste Priorität einzuräumen.

Im Jahre 1933 war es Franklin D. Roosevelt, der vor einem ähnlichen Dilemma stand: Wie umgehen mit der Londoner Konferenz zur Wirtschafts- und Währungspolitik, auf der damals (genau wie heutzutage) reaktionäre europäische Regierungen unter dem Druck ihrer Bankiers auf eine Strategie weltweiter Währungsstabilisierung pochten? Roosevelt entschied zu Recht, dass die Vereinigten Staaten andere Prioritäten verfolgen sollten, und ließ die Konferenz platzen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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