Ausgabe März 2011

Die weibliche Seite der FARC

Nach ihrer Entführung im Jahr 2002 und während der darauf folgenden sechsjährigen Gefangenschaft der kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt waren die „Bewaffneten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) regelmäßig in den Medien. Doch seit der Befreiung Betancourts vor fast drei Jahren ist die Berichterstattung zur FARC abgeflaut – ungeachtet der anhaltenden Gefechte mit dem Militär und entsprechender Opferzahlen. Kolumbiens neuer Präsident, Juan Manuel Santos, hatte zu seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr angekündigt, die Politik der „harten Hand“ gegenüber der FARC fortsetzen zu wollen. Und wie zum Beweis ermordete das Militär im September 2010 den FARC-Anführer Mono Jojoy.

In Europa und den USA werden die FARC für gewöhnlich nur negativ wahrgenommen. Doch die gesellschaftliche Funktion der Organisation lässt sich nicht nur an ihren kriminellen Aktivitäten wie Entführungen und Attentaten festmachen. Seit nunmehr 50 Jahren behaupten die FARC sich sowohl gegenüber den – auch dank der Unterstützung durch die USA – zahlenmäßig und materiell weit überlegenen kolumbianischen Streitkräften, als auch gegenüber den von Wirtschaftseliten gesponserten mächtigen Paramilitärs.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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