Ausgabe Mai 2011

Die grüne Lichtgestalt

Die jüngsten Erfolge der Grünen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigen, wie weit die Partei inzwischen in die Mitte der Gesellschaft gerückt ist. Saskia Richters Biographie über Petra Kelly, die grüne Lichtgestalt der Gründungszeit, ruft eindringlich in Erinnerung, was die Protagonisten dabei hinter sich gelassen haben.

Richter verschafft dem Leser Einblick in einen bewegten und bewegenden Zeitraum bundesdeutscher Geschichte. Dabei rechtfertigt Kellys Engagement als Aktivistin und Grünen-Politikerin die Einschätzung, sie gehöre zu den „großen Politikern ihrer Zeit in der alten Bundesrepublik und im internationalen Kontext der alternativen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre.“ Allerdings trieben ihre visionären Ideen sie bis ans Ende ihrer Kräfte. Petra Kellys Lebensmotto glich, wenn auch aus anderen Motiven, dem der katholischen Nonne Theresa von Avila: „Schlaft nicht, denn es gibt keinen Frieden auf der Welt.“ So stemmte sie denn auch eine Fülle an Aufgaben, die sie periodisch schlicht zu überfordern drohten, etwa während ihrer Zeit in Brüssel, als sie am Tage für die Europäische Kommission und abends (wenn nicht gar nachts) als Vorstandssprecherin der Grünen arbeitete.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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