Ausgabe März 2013

Angriff auf das Kindergeld

Bild: nekousa / photocase.com

Als der russische Mediziner Iwan Petrowitsch Pawlow Anfang des letzten Jahrhunderts sein berühmtestes Experiment der Öffentlichkeit vorstellte, ahnte niemand, dass man seine Erkenntnisse gut hundert Jahre später auch auf die deutsche Presselandschaft würde anwenden können. Man nehme dafür: Einen großen Eurobetrag, möglichst im zwölfstelligen Bereich, der angeblich für Sozialleistungen ausgegeben wird und behaupte, dass die Ausgaben sinnlos wären. Dann klingle man. Ganz egal, ob die Information stimmt oder nicht, die mediale Reaktion ist gewiss und immer dieselbe; von den sogenannten Leitmedien bis hin zum Pusemuckeler Landboten setzt der Speichelfluss ein. Es ist die Rede von „Almosen“ über „Geldsegen“ und „Wohltaten“ bis hin zur unvermeidbaren „Gießkanne“, mit der angeblich das ganze Land beglückt wird.

Jüngst zu besichtigen war dieses Schauspiel Anfang Februar, als der „Spiegel“ unter Berufung auf ein bis heute nicht bekanntes Konvolut von unbekannten „Experten“ die deutsche Familienpolitik rundweg als „200-Milliarden-Irrtum“ bezeichnete und fast sämtliche Medien sich diesem Urteil anschlossen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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