Ausgabe Juni 2013

»Du musst Dein Leben ändern«

Die ethische Produktivität des Menschen und ihre Ausbeutung

Bild: Janine Wittig / photocase.com

Warum führt die berechtigte Empörung über die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß zu einer nationalen Debatte, deren Wellen bis in die Fernsehtalkshows reichen und Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände wie auch die Politik beunruhigen? Und warum lösen der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen – jüngst im Falle Pola Kinskis durch ihren Vater –, aber auch der öffentlich gemachte Burnout einer Professorin oder die Depressionen eines Fußballtorwarts regelmäßig wahre Beben in den Feuilletons aus?

Für jeden dieser Fälle gibt es andere Ursachen und wegen des besonderen Skandalisierungspotentials natürlich auch ein besonderes Medieninteresse. Es gibt jedoch zumindest einen Aspekt, unter dem weniger die Fälle selbst sich ähneln als vielmehr die Art und Weise, wie sie öffentlich diskutiert werden: Die öffentliche Aufmerksamkeit gilt stets den Lebensschicksalen Einzelner, ihrer jeweiligen Vorstellung von sich und ihrem Verhältnis zu sich selbst. Der Fußballmanager erzählt von seiner Sucht nach den Börsenausschlägen, die Professorin von ihrer Selbst-Überforderung mit unrealistischen Leistungsansprüchen, der daraus resultierenden Lebenskrise und ihrer Überwindung.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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